Ein neuer Weg   

Der Gang zum Gericht bedeutet erheblichen zeitlichen, nervlichen sowie finanziellen Aufwand und führt dennoch in vielen Fällen nicht zu den erhofften Ergebnissen. Die wirtschaftlichen bzw. persönlichen Zielsetzungen der Parteien werden dem Richter vorgetragen, der, nur seinem Gewissen verantwortlich, souverän über Recht und Unrecht entscheidet. Die Kontrolle über das Verfahren ist ihnen genommen und der Volksmund hat somit nicht Unrecht wenn er festhält, daß auf See und vor Gericht jeder in Gottes Hand ist.

 

Im Gegensatz dazu erlaubt die Mediation den Parteien eine eigenverantwortliche Entscheidung über die Einzelheiten der Streitbeilegung. Unter der Anleitung des Mediators erarbeiten die Parteien eine für beide Seiten annehmbare Lösung: Die ursprünglichen oberflächlichen Forderungen der Teilnehmer machen im Gespräch nach und nach den tiefersitzenden eigentlichen Bedürfnissen Platz, auf deren Basis sich neue Lösungsmöglichkeiten erarbeiten lassen (so kann sich z.B. hinter einer Gehaltsforderung der Wunsch nach Anerkennung verbergen). Die von den Verhandlungspartnern in freier Entscheidung erarbeitete Lösung erhöht die Akzeptanz auf beiden Seiten und sichert damit die Dauerhaftigkeit. Die Parteien trennen sich mit dem Gefühl, einer fairen Lösung zugestimmt zu haben, das auch eine gute Basis für die zukünftigen Beziehungen darstellt.

 

 Dieser Punkt ist außerordentlich wichtig bei Familienstreitigkeiten wie Erbschaft oder Scheidung, da damit der oft beobachtete endgültige Bruch unter den Familienmitgliedern nach einem Gerichtsentscheid vermieden wird. Ähnliches gilt z.B. für Unternehmen, die auch nach einer Mediation ihre Geschäftsbeziehungen ohne Gesichtsverlust fortführen können.

 

Der neutrale, oder besser gesagt allparteiliche Mediator hat keinerlei eigene Entscheidungsbefugnis. Mit Hilfe der spezifischen Diskussionstechniken der Mediation führt er die Parteien zu einer Konfliktlösung, der beide zustimmen können. Er ist dabei zu absoluter Vertraulichkeit verpflichtet. Die Mediation kann von ihm, wie auch von jeder der Parteien, zu jedem Zeitpunkt abgebrochen werden. Der (Wieder)-Aufnahme eines gerichtlichen Verfahrens stünde danach nichts im Wege.

 

Eine Mediation kann jederzeit begonnen werden und ist üblicherweise nach wenigen Sitzungen beendet. Die Kosten sind vom Streitwert unabhängig, da der Mediator auf Stundenbasis abrechnet (dies ist ein ganz erheblicher Vorteil bei hohen Streitwerten wie z.B. in der Baubranche). Neben den Einsparungen an Zeit und Geld soll beim Vergleich Mediation vs.Gerichtsverfahren der erheblich geringere nervliche Verschleiß nicht unerwähnt bleiben. Jeder, der schon Erfahrungen vor Gericht hat sammeln müssen und sich an die damit verbundenen schlaflosen Nächte zurückerinnert, weiß, wovon die Rede ist.